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Blood Red Shoes

Blood Red Shoes - Cover

Blood Red Shoes Nr. 4 – In Berlin aufgenommen, selbst-produziert und zwei wuchtige Vorab-Veröffentlichungen. Die Band aus Brighton hat sich mit In Time to Voices von dem Image einer Single-Hit-Band mit Füllmaterial bereits freigeschwommen, folgt nun mit dem selbst-betitelten Album die nächste Evolutionsstufe?

Die Wahl der beiden Vorabsongs ist exzellent. The Perfect Mess und An Animal sind beides nach vorne preschende Walzen, die Blood Red Shoes Züge aufweisen und dennoch sich in einem neuen Gewand präsentieren. Das Gewand heißt Rock ’n‘ Roll, der Stoff besteht aus schmutzigen, verzerrten Sounds und fuzzy Gitarren. Die frühen White Stripes lassen grüßen, auch wenn die Instrumentierung üppiger ausfällt. Zehn weitere Songs haben es auf das Album geschafft und vervollständigen den Eindruck: Die Blood Red Shoes haben Songs geschrieben, die leben und atmen – mal stärker, mal schwächer.

Instrumental-Opener Welcome Home reiht sich in die Liga der oben genannten Songs ein und bläst zum Angriff. Eins hat sich nicht geändert, Laura-Mary Carter und Steve Ansell funktionieren am besten im harmonisierenden Gesangs Wechselspiel. Everything all at once ist der beste Beweis dafür. Grey Smoke ist die erste Mid-tempo Verschnaufpause und zeigt die Wandlung von Laura-Mary, die hier sexier denn je klingt und Shirley Manson (Garbage) Konkurrenz macht.

In der zweiten Hälfte nehmen Blood Red Shoes des öfteren den Fuß vom Fuzz-pedal und versuchen die Erinnerungen an den Vorgänger zu erwecken. Das atmosphärische Laut-Leise Wechselspiel von Behind a wall und Stranger ist per-se nicht schlecht, verblasst aber gegenüber dem spielfreudigen Einstieg. Das folgende Speech Coma lebt vom simplen Poprefrain. Cigarettes in The Dark schafft es dann doch noch das zuvor geprobte Laut-Leise Wechselspiel zu perfektionieren. Dank sei dem interessantem Synthie-Einsatz, einer permanent steigendem Spannung und einem explodierenden Ende. Dies wäre auch die bessere Wahl für das Ende des Albums gewesen. Tightwire kann das Niveau nicht halten und hätte sich besser als B-Seite gemacht.

Licht und Schatten. Blood Red Shoes sind eine sympathische Band und die eingeschlagene Richtung steht ihnen eigentlich gut. Die Vorfreude war riesig. Leider sind die Songs diesmal nicht durchgängig toll geworden. So platziert sich das Duo aus Brighton qualitativ zwar deutlich vor ihren ersten beiden (Hit Single)-Alben. Das selbst betitelte Album muss sich gegenüber dem Vorgänger In Time To Voices geschlagen geben.

Lobenswert sind in jedem Fall die Extras. Eine zweite CD ist prall gefüllt mit den zahlreichen Hits der ersten drei Alben, live aufgenommen während ihrer Europa Tour Ende 2012. Und Vinylsammler freuen sich über eine Platte, die im schicken Bordeaux mit gelben Splattern erstrahlt. Ihr könnt sie auf unserer Facebook Seite bestaunen.

Blood Red Shoes Tracklist:
Welcome home; Everything all at once; An animal; Grey smoke; Far away; The perfect mess; Behind a wall; Stranger; Speech coma; Don't get caught; Cigarettes in the dark; Tightwire
Blood Red Shoes Blood Red Shoes
Jazz Life / [PIAS] Cooperative, 28.02.2014
Plattenkritik von , 15.03.2014
Gesamtpunktzahl: 70%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

Album kaufen: Amazon| iTunes

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