Miss Vincent - Somewhere Else

Die sympathischen Briten von Miss Vincent bezeichnen ihre Musik selbst als Alternative, Emo, Pop, Punk. Das trifft die Sache ganz gut. Packen wir noch ALKALINE TRIO mit dazu, skizzieren wir die neue EP Somewhere Else treffend.

 

Es muss nicht immer eine ganzes Album sein, dass mit ein paar tollen Songs aufwartet, aber mindestens so viele Füller enthält. Eine starke EP ist mir da viel lieber. Mit Somewhere Else haben Miss Vincent ein großes Ausrufezeichen im kleinen Format gesetzt.

 

Die fünf Song starke EP prescht nach kurzem Intro im ersten Song Cold Hands direkt und ohne Umschweife nach vorne. Das Schlagzeug gibt den Takt vor – Sänger Alex Marshall zieht nach und der geneigte Punkhörer fühlt sich gleich wohl. Dass dabei Melodien nicht zu kurz kommen dürfen, wird im Refrain deutlich. Mit welch sicherer Hand das Songwriting geschieht, indem sich die Parts perfekt aneinanderschmiegen, ist für so eine junge Band bemerkenswert. Ähnliches Potenzial zeigt sich in The Western Shore.

 

Das vorab veröffentlichte The Lovers erinnert an den US College Punk Anfang der 00’er Jahre. Klingt schlimmer als es ist und gewinnt in der Miss Vincent durchaus Charme. Ebenfalls macht das ruhige Beauty in Darkness Lust auf die Emo Seite der Briten. Dabei blitzt gerade bei dem Song My Chemical Romance raus.

 

Bei vier Volltreffern lässt sich verzeihen, dass das in der Mitte der EP stehende Lost and Forgotten ein wenig die Puste ausgeht. Musikalisch durchaus reizend umgesetzte Emopunk Klänge treffen auf einen unerwartet uninspirierte Gesangslinie und macht den Song am ehesten zu einem Kandidaten für die Skip Taste.

 

Mit Somewhere Else ist Miss Vincent eine echte Überraschung gelungen. Etwas weniger Pop und hier könnte sich auf der nächsten EP etwas Großartiges entwickeln. „One of modern UK punk’s best-kept secrets“ tituliert Already Heard. Mal sehen, wie lange noch.