Kilians – Ein Nachruf

Kilians Live

Alles hat ein Ende – und hoffentlich auch zwei. Kilians gehen getrennte Wege und meine Beziehung in Zahlen sind 6 Jahre, 5 Konzerte und 3 Alben.

Es begann 2008 als wir die Kilians – damals noch THE Kilians – im Künzelsauer Kokolores, live entdeckten. Das erste Album „Kill the Kilians“ der 5 Dinslakener Jungen war uns schon zuvor bekannt, doch lieben lernten wir sie dann bei einem wirklich sehr, sehr kleinen aber feinen Konzert mit ca. 50 Besuchern. Es war quasi „Love at first Sight“. Simon den Hartog, seines Zeichens Frontman, hatte von Anfang an das Publikum im Griff und konnte zudem mit Covern von Enrique Iglesias glänzen – ja genau, mit einer Schmachtballade. Da uns die jungen Hüpfer (alle gerade mal Anfang 20) derart in ihren Bann gezogen hatten, machten wir uns auch 2009 auf, die Kilians zu unterstützen. Klar war, dass wir bei den Konzerten nicht gerade zum jungen Semester gehörten, aber in Anbetracht dessen, kennt Musik kein Alter. Auch hier war uns das zweite Album „They’re calling your name“ schon ein Begriff, was nicht weniger Charme hatte als der Vorgänger. Hometown, die zweite Single-Auskopplung der Scheibe, wurde von dort an eine Art Hymne unter den Fans.

Überraschend dann der Auftritt 2009 als Vorband von Coldplay. Das Publikum eher verhalten… Ok, geben wir zu, die Bekanntesten waren sie natürlich nie und als Support hat man es sowieso immer schwerer als der Main Act. Es flogen zumindest keine Tomaten und wir waren abermals sichtlich begeistert.

Nach 2 Jahren Kilians Abstinenz war die Freude im August 2011 bei den Fans umso größer, als die Band unter anderem beim „Prima Leben und Stereo“ Festival in Freising ihr Bestes geben durfte. Neben weiteren Musikkapellen, wie den Thermals, Kakkmaddafakka, Kaizers Orchestra und anderen, glänzten auch sie auf der Freilichtbühne nahe des Weihers. Allerdings hatte man schon dort bemerkt, dass Simon das „Papa-Dasein“ mehr abverlangt, als er sich evtl. zugestehen wollte.

Kilians Konzert Nr.4 – Ein Privatkonzert

Dank des vollen Terminkalenders eines guten Freundes wurden wir 2013 dankbare Besitzer eines von Amazon unterstützten Privatkonzertes in München. 100 Gäste sollten Karten gewinnen, ungefähr 10-20 waren an diesem Abend anwesend. Familiär sozusagen. Keine „normale – die Kilians lassen die Sau raus“ Stimmung. Man lauschte eher den Klängen des neuen Albums „Lines you should not cross“ sowie alten Gassenhauern. Uns hat es trotzdessen gefallen, all voran der kleine Plausch mit den Jungs über „alte Zeiten“ á la „do you remember Künzelsau?“.

Im August 2013 dann die Bekanntgabe der Auflösung. Nicht gerade Begeisterung die überschwappte, aber es war vorauszusehen. Ankündigung der Abschiedstour, ergo auf zum Ticket Shop. Keine Kilians Abschiedstour ohne uns! Am 17. Februar 2014 war es dann soweit. Das letzte, wirklich allerletzte Konzert der Band, die uns unsere Studiumszeit versüßt, die Partys gerockt und unser „Hometown“ wieder lieben gelernt hat. Musikalisch aller erste Sahne, Entertainment-technisch sehr verhalten… Was aber wohl daran lag, dass auch den Jungs nun bewusst wurde, dass es das letzte Mal sein wird. Zitat Simon: „Eigentlich will ich gar nicht viele Worte verlieren. Es war eine geile Zeit mit euch!“

Nun ist sie vorbei… die Zeit mit den mittlerweile herangewachsenen „Herren“ aus Dinslaken. Aus anfänglich pausbackenen „Bübchen“, die vor Elan nur so sprühten, wurden – und hierzu fehlen mir jetzt einfach die Worte – ja, es wurden Musiker, die sich gegen die Kilians entschieden haben.

Wir werden sie definitiv vermissen – und was bleibt ist ihre Musik.

Hochachtungsvoll,

Ein Fan.

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