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The Resistance

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Vor der Veröffentlichung von „The Resistance“ im September 2009 wurde viel über die neue Ausrichtung von Muse gemutmaßt. Noch eine Stufe weiter als „Black Holes & Revelations“ hieß es. Und trotzdem war am Ende doch wieder alles etwas anders (und doch nicht).
 Muse ist eine der größten Rockbands der letzten Jahre. Ich weiß nicht, wie sie es ohne wirkliche Mainstream Single Chart Erfolge (oder habe ich da was verpaßt?) geschafft haben, auch wenn sich die Alben immer recht gut verkaufen. Aber mittlerweile zeigen sie eindrucksvoll, wie sie Arenen in der Größe eines Wembley Stadions problemlos ausverkaufen können (Die DVD „Haarp“ sei jedem ans Herz gelegt). Ja, Muse live und auf der Bühne zu erleben gibt ein Gefühl, wie groß das Trio um Matthew Bellamy mittlerweile geworden ist.

Das letzte Album „Black Holes and Revelations“ hat mich wieder zurück in den Muse Kosmos geführt, nachdem sie mit Album Nummer 3 „Absolution“ bei mir ein wenig vom Radar verschwunden sind, gefielen mir vor allem Lieder wie die Single Supermassive Black Hole oder die Space Oper Knights of Cydonia. Letzteres für mich eines der stärksten bisher von Muse veröffentlichten Lieder.

Also spitze ich meine Ohren bei einigen Gerüchten, die im Vorfeld geäußert wurden. Es sollte symphonisch werden, es sollte nach Queen klingen (die Vorabveröffentlichung von United States Of Eurasia als Teaser verstärkte dies), es sollte ein Elektroalbum werden, und und und.

Was am Ende am 11. September 2009 in meinen Händen lag, war irgendwie alles das und dann doch wieder deutlich Muse (und nicht so schlimm, wie viele befürchtet haben).

Die Band scheint mit ihrem fünften Album in alle Richtungen gleichzeitig treten zu wollen. Lieder wie MK Ultra oder Unnatural Selection beglücken diejenigen, die die alten Muse doch irgendwie am meisten mochten, Uprising ist eine einfache, eingängige Rocksingle und erinnert an das letzte Werk. Diejenigen, die dann doch eher die klassischen Anleihen am ehesten mochten, können sich die 15 minütige Simphonie Exogenesis, aufgeteilt in 3 Akte, am Ende reinziehen. Gerade hier beschleicht mich jedoch das Gefühl, dass Muse auch einen Schritt zuweit gehen können. Leider dann doch ein wenig zu anstrengend.

Zwischendurch gibts dann noch das erste Lied das vollkommen auf Gitarren verzichtet (Undisclosed desires) und sich stattdessen wie ein Timbaland Remix anhört. Verzichtbar. Und naja, Französisch sollte Matthew auch nicht unbedingt wieder singen (bei dem schmachtenden Mon Cœur S’ouvre À Ta Voix)

Das Muse technisch gute Songschreiber sind und dadurch Dramatik gezielt auf- und abbauen können, ist bekannt. Ebenso das sie viel Wert auf eine gute Produktion legen.

The Resistance“ ist damit ein Bauchladen, der für jeden Fan 3-4 neue Lieblingslieder bereithält. Durch die Zerrissenheit kommt es bei vielen Fans an die vorherigen Alben nicht ran.

Der Erfolg gab der Band am Ende aber recht. So war das Album letztes Jahr Nr. 1 in u.a. DE, AT, CH, UK und immerhin Nummer 3 in den USA. Wir bei Platten-blog sind schon auf den Nachfolger (und die Gerüchte im Vorfeld) gespannt.

The Resistance Tracklist:
Uprising; Resistance; Undisclosed desires; United States of Eurasia; Guiding light; Unnatural selection; MK ultra; I belong to you (mon cœur s'ouvre à ta voix); Exogenesis: Symphony Part 1 (Overture); Exogenesis: Symphony Part 2 (Cross-Pollination); Exogenesis: Symphony Part 3 (Redemption)
Muse The Resistance
Warner Music International (Warner), 11.09.2009
Plattenkritik von , 29.08.2010
Gesamtpunktzahl: 70%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

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