Konzert Kritik München 2015

Chuck Ragan Live 2015

Es gibt Konzerte, bei denen die Künstler noch vor ihrem Durchbruch stehen, und es gibt Konzerte, bei denen die Band ihren Zenith bereits überstanden hat. Beide Arten können leidenschaftliche Konzerte mit sich ziehen. Es gibt aber auch wenige Konzerte, die genau im richtigen Moment stattfinden. Chuck Ragan & The Camaraderie scheinen dieser Tage zielsicher auf diesem Punkt zuzusteuern, wie das Konzert im Münchener Backstage nahe legt.

Die Glücklichen, die Queens Of The Stone Age zur Zeiten von Songs For The Deaf live gesehen haben, die Therapy zur Troublegum Zeit auf der Bühne erlebt haben, oder die Bright Eyes bei der I’m wide awake it’s morning Tournee besucht haben, wissen wovon ich spreche: Die Band hat ein starkes aktuelles Album im Gepäck, welches die Setlist bestimmt, ohne deren Klassiker zu vergessen. Die Band ist gut eingespielt, die Venue rappelvoll, jedes Lied wird frenetisch abgefeiert.

Genau das geschah am Montag im Backstage. Tim Vantol heizte mit seiner leidenschaftlichen Art das Publikum früh ein und das üblicherweise recht zurückhaltende Münchener Publikum war da und feierte ihn früh ab. Etwas schwerer hatten es Skinny Lister. Die britische Folkband gab sich sichtlich Mühe, so richtig überspringen wollte der Funken bis zum Schluss jedoch nicht. Vermutlich wird die Band in Großbritannien ganz anders abgefeiert.

Alles vergessen, als Chuck Ragan mit seinen Camaraderie’s die Bühne betritt. Hervorragend gelaunt, startet die Band mit Something May Catch Fire in ein mit Highlights gespicktes Set. Neben dem aktuellen Album Till Midnight kommen auch die Fans der ersten Alben nicht zu kurz. Nomad by Fate beispielsweise wird gleich an dritter Stelle verpulvert. Die Singer/Songwriter Stücke harmonieren wunderbar mit den aktuelleren Bandliedern. Sie sorgen für eine angenehme Abwechslung. Zur Auftrittsmitte spielt Chuck Ragan mehrere Songs allein auf der Bühne bzw. wird er nur begleitet von Tim Vantol und Max Thomas von Skinny Lister, die er dafür noch einmal unter frenetischem Beifall aus dem Feierabend holt. Stilsicher auch die Wahl der Cover Versionen: True Believers (Bouncing Souls) und Survivor Blues (Cory Branan). California Burritos von dem Album Feast or Famine (2007) beendet das reguläre Set. Die Zugabe läßt nicht lange auf sich warten. Chuck Ragan & The Camaraderie entläßt das Münchener Publikum mit For Broken Ears und einem brandneuen Song in die kalte Nacht.

Eine abwechslungsreiche und kurzweilige Setlist, die Band in bestechender Spiellaune und ein feierndes Publikum machen das Konzert schon jetzt zu einem Highlight im Münchener Live Kalender 2015.

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

Ein Gedanke zu „Konzert Kritik München 2015“

  1. Hi,

    ich muss sagen, dass ich das Konzert damals super fand. Wir waren zu Besuch in München und wurden von Freunden eingeladen. Ich fand es gut!

    LG

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