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Lazaretto

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Gut zwei Jahre nach Blunderbuss veröffentlicht Jack White sein neues Solo Album Lazaretto. Wiederum ist das Cover in Blautönen gehalten. Knöpft der Tausendsassa damit an den Stil des letzten Albums an, oder schlägt er einen neuen musikalischen Haken?

Der erste Durchlauf von Lazaretto gibt Gewissheit: Das Album klingt nach Blunderbuss. Es klingt aber auch nach The White Stripes, nach The Raconteurs und gar ein Stückweit nach The Dead Weather. Jack White scheint auf diesem Album alle seine Stilrichtungen unter einen Hut bringen zu wollen. Dadurch wechselt das Album innerhalb des Blues basiertem Universums seine Stile, wie andere Leute ihre Unterwäsche. Die Gefahr, dass das Album zerfahren klingt oder man jeden Song schon einmal besser gehört hat, ist groß. Hier zeigt sich die Qualität des Songwriters Jack White III. Die Lieder auf Lazaretto sind bis auf wenige Ausnahmen einfach zu gut.

Nehmen wir doch Three Women oder den Titeltrack Lazaretto. Das eine getragen von einem Piano, dass andere von der verzerrten Gitarre. Beide sind vollgespickt von Jack White typischen Trademarks, dem Sprechgesang, permanenten Tempiwechseln und kruden Melodie-Schnippseln. Sie scheinen vor Spielfreude und Ideenreichtum förmlich zu bersten. Temporary Ground und das stärkere Entitlement zeigen sich im klassischen Nashville Country Gewand. Das pompös arrangierte und stimmungsvolle Would you fight for my love scheint zunächst einer Geisterstadt Verfilmung entsprungen zu sein, bevor es in eine Stadionrock Ballade mutiert. Klasse.

Ähnlich gut ist der Wahnsinn im Song That black bat licorice inkl. verzerrter Geige und der simple aber effektive Country Ohrwurm  I think I found the culprit. Die erste Single-Auskopplung High ball stepper ist markant, aber abgesehen von der Tatsache, dass sie instrumental daherkommt, eines der weniger aufregenden Lieder. Just one drink ist netter Piano-Pop aber etwas blass und das abschließende Lagerfeuer Sing-a-long Want and Able leider auch nur textlich interessant.

Übrig bleibt ein quietschfideles Album, das zwar nicht Jack White’s de-facto makellose Diskographie toppen, sich jedoch um eine Haaresbreite vor Blunderbuss einfinden wird. Und Lazaretto hat noch einen Ass im Ärmel.

UltraLP – Lazaretto für Vinyl Junkies

Ein besonderes Schmankerl hat Jack White für alle Vinyl Nerds. Lazaretto wird als sogenannte UltraLP veröffentlicht. Dahinter verstecken sich zusätzliche Vinyl-only Gimmicks. Die erste Seite bspw. spielt sich von innen nach außen ab. Außerdem befinden sich 2 Hidden Tracks auf Lazaretto, direkt unter dem Label auf jeder Seite verborgen. Just One Drink hat ein akustisches und ein elektronisches Intro, abhängig davon an welcher Stelle die Nadel auf das Vinyl aufgesetzt worden ist. Besonders gut gefallen, hat das 3D Hologramm eines Engels auf der A-Seite, welches bei drehender Vinyl erkennbar ist. Third Man Records bietet eine Übersicht aller UltraLP-Features inkl. einem sympathischen Video, in dem Jack White alle Gimmicks vorstellt.

Lazaretto Tracklist:
Three women; Lazaretto; Temporary ground; Would you fight for my love; High ball stepper; Just one drink; Alone in my home; That black bat licorice; Entitlement; I think I found the culprit; Want and Able
Jack White Lazaretto
Xl/Beggars Group (Indigo), 06.06.2014
Plattenkritik von , 23.06.2014
Gesamtpunktzahl: 80%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

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