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The Smoke Will Clear

Paper Arms - The Smoke will clear

Es fühlt sich wohlig an. Wir sind gerade im Hirsch in Nürnberg angekommen, um Boysetsfire und deren neues Album While A Nation Sleeps… abzufeiern. Eine der Vorbands die uns erwartet, überrascht  – Paper Arms spielen energiegeladenen Punkrock allererster Kajüte. Das es nicht nur mir an diesem Abend so geht, findet sich nach kurzer Recherche im Internet: Ähnlich begeistert schreibt auch Heartcooksbrain über Paper Arms Support. Die Band will ich Euch nicht vorenthalten.

Das Europa Debüt der jungen Band aus Adelaide, Australien heißt The Smoke Will Clear und verfestigt beim ersten Hören direkt den Eindruck den Paper Arms bei ihrem sympathischen Konzert hinterlassen haben. Es fühlt sich wohlig an.

Walter Schreifels (Rival Schools) griff den Jungs 2010 mächtig unter die Arme und die Nachwirkungen lassen sich noch immer deutlich spüren. Die 13 Lieder, die bereits 2012 in Australien veröffentlicht wurden, sprühen nur so vor Leidenschaft. Als musikalische Eckpfosten lassen sich Hot Water Music, frühe Gaslight Anthem, Make Do and Mend und eben Rival Schools aufstellen – und damit treffen sie bei mir genau ins Schwarze.

Bereits der Opener Tanks of dust zeigt die Marschroute. Fast zaghafter Einstieg mit Gitarre und Gesang, bis das Lied nach ca. einer Minute mit voller Bandbesetzung explodiert und nach vorne treibt. „Strength and trust, tanks of dust, there’s only us„. In Silence besticht mit verstärkter Gitarrenpräsenz, schönem Gitarren Motiv und mitreißendem, mehrstimmigem Refrain. Ab Tense wird das Album zeitweise ein wenig ruhiger, was der Abwechslung durchaus zu Gute kommt.

These Nights an achter Stelle nimmt die Hymnenhaftigkeit der ersten Lieder wieder auf und leitet gut in die zweite Hälfte von The Smoke Will Clear ein. In dieser sticht besonders das knackig-schnelle Choke hervor. Aber auch Colfax Road lässt aufhorchen, zumal Paper Arms Sänger Josh Mann hier durchaus deutlich nach seinem Landsmann Daniel Johns (Silverchair) klingt.

Leider ist auf dieser Scheibe nicht alles Gold was glänzt. Sprich, gerade beim ersten Hören klingt vieles auf The Smoke Will Clear ein wenig ähnlich. Die bei einzelnen Songs großartig funktionierende, verzweifelt flehende Stimme singt auf Dauer etwas monoton.

Zudem klingen einige Songs, gerade in dem ruhigen mittleren Teil (bspw. Tense oder Lock Me In) etwas beliebig, fast nach Füllmaterial. Gerade die oben genannten Referenzen haben dies besser gemeistert. Zugegeben, diese Band sind länger im Geschäft, und ihre frühen Werke sind auch nicht immer alle großartig gewesen.

Deswegen wünschen wir uns umso mehr, dass Paper Arms ihren Weg weitergehen. Der platten-blog freut sich schon auf das nächste Album der sympathischen, leidenschaftlichen Band. Bis dahin haben sie uns schon einmal eine gute Handvoll großartiger Songs zurückgelassen, die sich alle wohlig anfühlen.

The Smoke Will Clear Tracklist:
Tanks of dust; In silence; Snake oil; Tense; Bright lights; Lock me in; Drinking alone; These nights; Colfax Road; 14 days; Choke; Slipping; The heart within
Paper Arms The Smoke Will Clear
Uncle M (Cargo Records), 31.05.2013
Plattenkritik von , 22.08.2013
Gesamtpunktzahl: 70%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

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