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In the Mountain in the Cloud

Warum hatte ich diese Band nie auf dem Radar? Es kann eigentlich nicht daran gelegen haben, dass sie zu wenig Aufmerksamkeit in den alternativen Musik Magazinen bekommen haben.

Vielleicht habe ich sie zu Unrecht einfach in eine hipppie Folkrichtung gesteckt, ohne mich jemals näher damit zu beschäftigen. Großer Fehler! Und ich sollte den Black Keys dankbar sein, dass sie gerade diese Band aus Alaska für den Support auf ihrer Europatournee ausgewählt haben. 30 Minuten nach dem Konzertstart war ich mir sicher: Die Scheibe lohnt sich.

So rotiert also seit einiger Zeit das neueste Album von Portugal. The Man in meinem CD Player. Das Major Debüt ist für eine Band bekanntermassen schwer, schreit es bei vielen Bands doch nach Ausverkauf. Hier zu Unrecht!

Gleich der erste Song, das leicht melancholisch angehauchte So American geht dermaßen schnell ins Ohr, dass es eine wahre Freude ist.

Ein Paradebeispiel für die Kunst von Portugal. The Man. Sie schaffen es, extrem catchige und gute Popsongs zu schreiben, die zudem aufgrund ihrer instrumentalen Vielschichtigkeit und den regelmaessigen Motiv und Stilwechseln nicht langweilig zu werden.

Die irre Zusammenführung unterschiedlichster musikalischer Versatzstücken mag bei den ersten Durchläufen etwas konfus klingen, offenbart aber schnell einen unwiderstehlichen Charme. Ein Übriges tut der Falsett Gesang von Sänger John Gourley, ein Markenzeichen der Band.

Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich nur darauf warte, dass ich mich an einzelnen Songs satt gehört habe. Es tritt jedoch nicht ein. Das von einem Piano getragene und mit einem stampfendem Beat unterlegte All your Light ist so ein simpler Song, der dennoch nicht langweilig werden will.

Andere Lieder, die sich zunächst vornehm zurück halten, wie das ruhige Head like a Flame, wachsen mit der Zeit zu Highlights heran.

Besonders gelungen ist auch das letzte Stück von in the mountain in the cloud: Das hippieske Sleep Forever, zelebriert es doch schamlos die Steigerung, ohne jedoch wirklich auszubrechen. Kaum ist dieser finaler Ausbruch unausweichlich, endet die Platte und hinterlässt ratlose Köpfe. Schnell auf den Play Button gedrückt und wieder von vorne beginnen.

Major Debüt geglückt. Freue mich schon auf die nächste Tour, bei der ich die Lieder mitfeiern kann. Und den Sommer, denn dazu die Musik am besten passt.

In the Mountain in the Cloud Tracklist:
So American, Floating (Time isn't working my side) , got it all (this can't be living now), Senseless, Head is a Flame (cool with it), you Carried Us (Share with me the sun), everything you See (Kids count hallelujah), all your light (Times like these), One was One, Share with me the Sun, sleep forever
Portugal The Man In the Mountain in the Cloud
Atlantic (Warner), 15.07.2011
Plattenkritik von , 30.06.2012
Gesamtpunktzahl: 85%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

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