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Yorktown Heights

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Nach drei Millionen verkauften Alben und 8 Alben veröffentlicht Grant Nicholas, seinerseits Sänger der britischen Rockband Feeder, ein Soloalbum – Yorktown Heights. Erwartet uns ein neues Buck Rogers, der größte UK Charthit Feeders, oder erfindet sich Grant Nicholas neu und überrascht uns mit einem frischen Klang. Wir haben reingehört.
J Mascis, Bernhard Fanning oder Noel Gallagher – Soloalben von Bandkünstlern erinnern oft mehr oder weniger stark an die Hauptband, zeigen jedoch gern Facetten, die so nicht unbedingt in die normale Diskographie gepasst hätten. Und genau in diesem Spagat bewegt sich Yorktown Heights. Man erwischt sich ständig dabei Feeder rauszuhören, oder sich selbst zu bestätigen, dass dieses Lied so nicht im Bandkontext möglich gewesen wäre.

Yorktown Heights beginnt mit dem vorab veröffentlichten Soul Mates. Durchaus ungewohnter Klang – eine vorsichtig, schüchtern gespielte Akkustik Gitarre begleitet die gewohnte Gesangstimme und erzeugt Lagerfeuer Atmosphäre. Hier scheint sich Grant Nicholas in gemütlicher Runde zu Nick Drake und Simon & Garfunkel an das Feuer gesellt zu haben. Ähnlich nach 70er Jahre Folk klingt Good Fortune Lies Ahead. Für die Feeder Fans bietet Yorktown Heights Songs wie Robots, Hope oder Time Stood Still. Etwas seichter als die Hauptband, aber dennoch gelungener Britpop. Grant Nicholas beweist einmal mehr sein feines Gespür für Melodien. Ähnlich verhält es sich im Refrain von Hitori.

Wie die Songtitel vermuten lassen, sind die lyrics introvertiert, düster, aber immer mit einem Silberstreifen am Horizont. „Sorrow will find me wherever I go“ und an anderer Stelle Take my hand, let’s leave tonight, Leave those aching thoughts behind Grant Nicholas schwelgt stärker denn je in Melancholie und zeigt seine persönliche, verletzliche Seite.

Der Bandschatten ist übergroß. Auch wenn sich der der in Wales geborene Songwriter auf Yorktown Heights ein Stückweit frei geschwommen hat, schwingt Feeder an vielen Stellen durch. Das macht das Album nicht schlecht, sorgt jedoch dafür, dass es ein wenig zwischen den Stühlen hin und her pendelt und kein eigenständiges Profil aufbaut. Fans der mehrmals zitierten Band, klassischem Folk oder Britpop für jeden ist etwas dabei. Das Album in seiner Gesamtheit wirkt ein wenig zu unentschlossen.

Yorktown Heights Tracklist:
Soul mates; Hitori; Tall trees; Robots; Vampires; Good fortune lies ahead; Joan of Arc; Hope; Isolation; Broken resolutions; Time stood still; Silent in space; Safe in place
Grant Nicholas Yorktown Heights
Popping Candy / Rough Trade, 15.08.2014
Plattenkritik von , 24.08.2014
Gesamtpunktzahl: 65%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

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