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Mood Machine

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The Whiskey Foundation sind eine dieser Bands, die in geselligen Bierrunden im Hintergrund aufgelegt werden und die sofort Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Zu einzigartig ist die Stimme von Sänger Murat, zu musikalisch mitreißend wird dem Bluesrock gefrönt, als dass diese Musik ihr Leben im Hintergrund bestreiten kann. Mood Machine ist das zweite Album dieser außergewöhnlichen Band aus München.

Beim ersten Hören setzt sich unweigerlich das Bild von Jim Morrison und The Doors fest. Die Ähnlichkeit ist zunächst frappierend. The Whiskey Foundation sind tief im Blues verwurzelt und loten auf Mood Machine alle Arten aus. Dabei distanzieren sie sich ein wenig von dem klassischen Rock N‘ Roll, der auf Take The Walk bei vielen Stücken mitschwingt, um sich dem Sound von Morrison Hotel oder L.A. Woman anzunähern. Das sind große Schuhe, umso erstaunlicher wie gut sie The Whiskey Foundation passen. Statt Mississippi also Isar.

Mood Machine ohne Ausfall

Elf Songs (+ Bonustrack) haben sich auf Mood Machine aneinandergereiht, um den verruchten 60er Sound wieder aufleben zu lassen. Angetrieben von Keyboard oder Gitarre, mit wabernden Bässe und schleppenden Beats, ab und an angereichert mit Mundharmonika, das musikalische Gerüst ist forciert, abwechslungsreich und gekonnt umgesetzt. Darüber singt Murat leidenschaftlich mal wie der Eingangs erwähnte Jim Morrison, mal wie Joe Cocker, jedoch ohne wie eine aufgesetzte Kopie besserer Zeiten zu wirken. Smoking swingt federleicht. Man of the Mood läßt den Psychodelic Blues Rock aufleben und verliert sich in einem herrlichen Solo. Mit Lonely und Cinderella sind zwei schmachtende Balladen vertreten. Waterman lädt zwischendrin zum Tanzen ein.

Auch gegen Ende geht dem Album die Luft nicht aus. Ridin groovet durch eine dreckige Bar Atmosphäre und Before it’s over ist die große Geste zum Abschluß des Albums, bei dem sich dezente Blues Bläser eingeschlichen haben. Das Album ist musikalisch tatsächlich ohne Ausfälle. Das einzige, was negativ auffällt, sind die einfach gehaltenen Texte, die ein wenig mehr Aufmerksamkeit beim Schreiben verdient hätten.

The Whiskey Foundation stellen dem bereits gelungenem Debütalbum smit einen würdigen Nachfolger an die Seite. Die Band ist musikalisch und songwriterisch merklich gereift. Die Mood Machine ist in Wirklichkeit also eine Zeitmaschine in die 60er Jahre. Außerdem ist sie der Beweis, dass ab und an in geselligen Bierrunden wahre Perlen entdeckt werden können.

Mood Machine Tracklist:
Alligator; Smoking; Man Of The Mood; Lonely; Mama Told Me; Waterman; Cinderella; Summer Rain; Liars (If You Tell The Truth, Nobody Loves You Anymore); Ridin' ; Before It's Over
The Whiskey Foundation Mood Machine
Sun King (Broken Silence), 03.04.2015
Plattenkritik von , 13.04.2015
Gesamtpunktzahl: 85%

Autor: Bjoern

ist leidenschaftlicher Musik-Blogger. Von Indie-Pop über Schweden Rock bis hin zur neuesten Hardcore Scheibe rezensiert Björn, alles was ihm unter die Finger kommt und mit Gitarre zu tun hat.

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